Ein Erfahrungsbericht von Elmar S.

Nach Herztransplantation zurück ins Leben

Elmar S. sportlich nach der Transplantation
Sportler Elmar S. nach der Transplantation

„Niemals“ hätte ich früher geantwortet, wenn man mich gefragt hätte, ob ich jemals ein Spenderherz brauchen würde. Der Gedanke daran kam mir einfach nicht in den Sinn. Mehrfach hatte ich am Ironman teilgenommen, war sportlich und ein begeisterter Bergsteiger. Bis der 10. Juli 2010 mein Leben völlig veränderte.

Ich lag auf dem Sofa als plötzlich mein Herz stehen blieb. Wieso das passierte, weiß ich bis heute nicht. Möglicherweise eine Virusinfektion, doch die exakte Ursache konnte nie ganz geklärt werden. Wäre meine Frau nicht in der Nähe gewesen – ich wäre bestimmt nicht mehr am Leben. Gemeinsam mit unserem Nachbarn hat sie mich reanimiert. Aber danach fing alles erst an.

Das Unerwartete war passiert

Mein Herz wurde laufend schwächer. Monatelang reiste ich durch ganz Deutschland. Von einem Arzt zum nächsten, von einem Krankenhaus ins andere. Keine Untersuchung, keine Reha, kein Medikament sollte helfen. Später bekam ich einen Defibrilator in die Brust, anschließend eine Herzpumpe. Trotzdem wurde ich immer schwächer und schließlich stand mein Name auf der Warteliste für ein neues Herz. Das Unerwartete war passiert: Um weiterleben zu können war ich angewiesen auf ein Spenderherz.

Die Minute, in der ich neue Kraft schöpfte, werde ich mein ganzes Leben nicht vergessen: In der Nacht zum 9. Juni 2012 erreichte mich die erlösende Nachricht: Ein passendes Spenderherz war gefunden! Die Operation dauerte viele Stunden, verlief aber ohne Komplikationen. Es war ein unbeschreibliches Gefühl, als ich mich das erste Mal nach der OP wieder eigenständig – mit Hilfe eines Rollators – bewegen konnte. Diese ersten, mühsamen 50 Meter stellten all meinen sportlichen Erfolge der Vergangenheit in den Schatten.

Ein neuer Mensch

Wer der Spender war, habe ich nie erfahren, doch durch ihn bin ich heute ein neuer Mensch. Ich denke jeden Tag an ihn und es gibt keine Worte, mit denen ich meine Dankbarkeit für diese zweite Chance ausdrücken könnte.

Mittlerweile bin ich wieder so gesund, dass ich an verschiedenen Wettbewerben – Laufen, Radfahren und Triathlon im Raum Köln und darüber hinaus – teilnehmen kann. Natürlich mit dem Einverständnis meiner Ärzte. Ich nutze diese Wettkämpfe auch, um auf das Thema Organspende aufmerksam zu machen. Von der Deutschen Stiftung Organtransplantation weiß ich, dass die Spendenbereitschaft in Deutschland gegenwärtig rückläufig ist. Für mich ist das völlig unverständlich.

Natürlich verstehe ich mich auch als ein Beispiel dafür, was eine Organspende bewirken kann. Aktuell fahre ich 4-5h Rad/Ergometer und laufe 2-3 Mal die Woche. Im Jahr 2011 konnte ich nicht mal mehr 500m am Stück zu Fuß gehen, ohne dabei stehenbleiben zu müssen. Ich würde mir wünschen, dass die Menschen sich mehr mit dem Thema der Organspende beschäftigen.

2 KommentareEinblendendown

Karola Kunze
Meine Tochter hängt schon 5 Jahre an der Dialyse. Ist seit gestern 36 Jahre slt. Sie hat 2 Kindet ,im Alter von 6 und 13 Jahre. Ich würde ihr gern eine Niere spenden, mir wird aber gesagt, da ich Bluthochdruck habe darf ich nicht spenden.
der unbekannte reiter
gute sache

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